Jüdischer Friedhof
Der jüdische Friedhof von Ermetzhofen, auf dem heute noch eine Leichenhalle und ca. 400 Grabsteine aus der Zeit zwischen 1791 und 1936 erhalten sind, war Bezirksfriedhof für die Juden von Burgbernheim, Ermetzhofen, Gnodstadt, Uffenheim und Welbhausen.
 
Der Friedhof liegt am Südostrand des Dorfes Ermetzhofen, im Winkel der beiden Straßen, die nach Obermühle und Bergtshofen führen. Das 4.330 qm große Grundstück ist im Nord- und Südwesten durch einen Maschendrahtzaun auf Beton- bzw. Feldsteinsockel eingegrenzt, an den beiden anderen Seiten durch eine ca. 1,60 Meter hohe Mauer aus Betonplatten, welche im Südosten von Efeu überwuchert ist.
 
Der Friedhof besitzt zwei Eingänge: Ein Tor aus Eisenstäben mit zwei Davidsternen versehen in der Mitte der Nordwestseite, an der Straße im Rannachgrund. Das andere Tor, aus Eisenblechen geschmiedet, liegt in der Südostecke, und ist von der Bergtshofener Straße über den Feldweg zu erreichen.
 
Gleich rechts beim unteren Tor steht ein Walnussbaum, links das Leichenhaus. Auf der nach Südosten hin ansteigenden Wiese liegen im unteren Bereich noch vereinzelt Grabsteinreste. Es gibt keine Wege, jedoch führt eine Treppe in der Mitte der Nordostseite zum oberen, weniger steilen Gräberfeld. In 17 Reihen stehen 405 Grabsteine, drei sind umgestürzt.
 
Im Bereich gleich oberhalb der Böschung finden sich mit wenigen Ausnahmen kleine, zum Teil schon in die Erde gesunkene Sandsteinstelen, einzeln oder in kurzen Reihen stehend, dazwischen viele Lücken. Weiter oben stehen die Grabsteine immer dichter, die Stelen werden größer, andere Grabmalformen wie neoklassizistische und neugotische Denkmäler treten auf, andere Materialien wie Muschelkalk, Granit und Marmor.

Die beiden ältesten erhaltenen Grabsteine stammen von 1791 und 1794 und stehen am unteren Ende des Grabsteinfeldes direkt an der Böschung. Die letzten Beerdigungen fanden 1936 statt.

In der ersten und zweiten Reihe wurden, soweit erkennbar, fast nur Frauen begraben, darunter mindestens 5 Wöchnerinnen, wie aus einigen Grabinschriften und dem Sterberegister hervorgeht. Im Übrigen wurden meist Frauen neben Frauen, Männer neben Männern begraben. An einigen Stellen liegen mehrere Kindergräber nebeneinander. Dadurch, dass so viele Reihen angelegt waren, konnten jedoch Ehepartner oder Verwandte, die in kurz aufeinanderfolgenden Jahren starben, nebeneinander begraben werden.
 
Einige Doppelgrabsteine stehen für Eheleute oder Verwandte, die innerhalb eines Jahres starben, da dann der Grabstein für den zuerst Gestorbenen noch nicht gesetzt war. Aufzufinden sind mehrere Grabsteine für Männer, die sich um die Gemeinde verdient gemacht hatten: Ein Kreisvorstand aus Welbhausen, ein Rabbiner aus Welbhausen, ein Schofarbläser und ein Religionslehrer aus Ermetzhofen.
 
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Jüdischer Friedhof
Der jüdische Friedhof von Ermetzhofen, auf dem heute noch eine Leichenhalle und ca. 400 Grabsteine aus der Zeit zwischen 1791 und 1936 erhalten sind, war Bezirksfriedhof für die Juden von Burgbernheim, Ermetzhofen, Gnodstadt, Uffenheim und Welbhausen.
 
Der Friedhof liegt am Südostrand des Dorfes Ermetzhofen, im Winkel der beiden Straßen, die nach Obermühle und Bergtshofen führen. Das 4.330 qm große Grundstück ist im Nord- und Südwesten durch einen Maschendrahtzaun auf Beton- bzw. Feldsteinsockel eingegrenzt, an den beiden anderen Seiten durch eine ca. 1,60 Meter hohe Mauer aus Betonplatten, welche im Südosten von Efeu überwuchert ist.
 
Der Friedhof besitzt zwei Eingänge: Ein Tor aus Eisenstäben mit zwei Davidsternen versehen in der Mitte der Nordwestseite, an der Straße im Rannachgrund. Das andere Tor, aus Eisenblechen geschmiedet, liegt in der Südostecke, und ist von der Bergtshofener Straße über den Feldweg zu erreichen.
 
Gleich rechts beim unteren Tor steht ein Walnussbaum, links das Leichenhaus. Auf der nach Südosten hin ansteigenden Wiese liegen im unteren Bereich noch vereinzelt Grabsteinreste. Es gibt keine Wege, jedoch führt eine Treppe in der Mitte der Nordostseite zum oberen, weniger steilen Gräberfeld. In 17 Reihen stehen 405 Grabsteine, drei sind umgestürzt.
 
Im Bereich gleich oberhalb der Böschung finden sich mit wenigen Ausnahmen kleine, zum Teil schon in die Erde gesunkene Sandsteinstelen, einzeln oder in kurzen Reihen stehend, dazwischen viele Lücken. Weiter oben stehen die Grabsteine immer dichter, die Stelen werden größer, andere Grabmalformen wie neoklassizistische und neugotische Denkmäler treten auf, andere Materialien wie Muschelkalk, Granit und Marmor.

Die beiden ältesten erhaltenen Grabsteine stammen von 1791 und 1794 und stehen am unteren Ende des Grabsteinfeldes direkt an der Böschung. Die letzten Beerdigungen fanden 1936 statt.

In der ersten und zweiten Reihe wurden, soweit erkennbar, fast nur Frauen begraben, darunter mindestens 5 Wöchnerinnen, wie aus einigen Grabinschriften und dem Sterberegister hervorgeht. Im Übrigen wurden meist Frauen neben Frauen, Männer neben Männern begraben. An einigen Stellen liegen mehrere Kindergräber nebeneinander. Dadurch, dass so viele Reihen angelegt waren, konnten jedoch Ehepartner oder Verwandte, die in kurz aufeinanderfolgenden Jahren starben, nebeneinander begraben werden.
 
Einige Doppelgrabsteine stehen für Eheleute oder Verwandte, die innerhalb eines Jahres starben, da dann der Grabstein für den zuerst Gestorbenen noch nicht gesetzt war. Aufzufinden sind mehrere Grabsteine für Männer, die sich um die Gemeinde verdient gemacht hatten: Ein Kreisvorstand aus Welbhausen, ein Rabbiner aus Welbhausen, ein Schofarbläser und ein Religionslehrer aus Ermetzhofen.