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Freiwillige Feuerwehr Ergersheim

Eine vergleichende Betrachtung über den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz von heute und dem vor beispielsweise 200 Jahren verursacht eigentlich großes Erstaunen, dass früher nicht mehr in Sachen "Feuer" passiert ist.

Man vergleiche nur die Ausrüstungen zur Brandbekämpfung, oder die Baumaterialien der Gebäude, denke an die Wasserversorgung durch Brunnen oder an das offene Licht. Eine organisierte Feuerwehr in unserem heutigen Sinn gab es damals noch nicht und im Brandfalle half jeder Bürger bei der Bekämpfung des Feuers mit.

Das Löschwasser wurde in Leinwandeimern vom nächstliegenden Brunnen oder Bach der aus der Weed am Schulhaus bzw. bei der Gastwirtschaft "Rotes Ross", im unteren Dorf aus dem Mühlweiher oder dem Weiher am heutigen Festplatz, durch eine Menschenkette zum Brandplatz weitergereicht, wobei die kräftigen Männer in der Reihe standen, die die vollen Eimer weitergaben, während die älteren die entleerten Eimer in der Gegenrichtung zurücklangten.

Um alle evtl. Brandherde erreichen zu können, durften die Gebäude nicht aneinander gebaut werden, sondern es musste ein etwa 1 Meter breiter Durchgang vorhanden sein, damit die Eimerkette das Wasser zum Brandplatz bringen konnte.

In Anbetracht der ungenügenden Brandbekämpfungsmöglichkeiten schaffte die Gemeinde 1848 eine Löschmaschine (Druckspritze C) an. Es handelte sich um eine Saug-Druck-Pumpe, die durch Menschenkraft betrieben wurde. Dieses Gerät war in Sachen Brandbekämpfung eine enorme Verbesserung. Zur Unterbringung wurde wahrscheinlich um dieselbe Zeit das jetzige Feuerwehrhaus an der Kirchhofmauer gebaut.

Die Feuerwehr organisierte sich in zunehmendem Maße immer besser und gründete um das Jahr 1870 die "Freiwillige Feuerwehr Ergersheim".

Die Einteilung der Löschkräfte bestand damals aus

  • der Steigermannschaft
  • der Spritzenmannschaft
  • der Rettungsmannschaft

nebst Kommandanten, Adjutanten, Hornist, Zeugwart und Sanitäter.

1935 erfolgte der Kauf einer Motorspritze (TS 8).

Von da an ergab sich folgende Einteilung:
1. Löschtrupp (mit der Motorspritze)
2. Löschtrupp (mit der schon erwähnten Saug-Druck-Pumpe).

Ab 1970 gibt es keine Gruppeneinteilung der Feuerwehrmänner mehr. Die Ausbildung erfolgt seitdem so, dass jeder Wehrmann jede Funktion übernehmen kann. In 2-jährigem Turnus ist nun die Durchführung von Leistungsprüfungen für das goldene, silberne und bronzene Leistungsabzeichen.

Ausrüstung und EinweihungUnsere heutige Ausrüstung besteht aus:

  • Mehrzweckfahrzeug
  • Löschfahrzeug LF 8
  • Motorspritze TS8 2 x
  • B-Schläuche
  • C-Schläuche
  • Saugschläuche
  • Leiter zum Hochdrehen auf ca. 8 Meter

Im Jahre 1997 feierten wir die Einweihung unseres neuen Feuerwehrgerätehauses in Ergersheim.

LF 8

Das LF8 wurde noch unter dem Kommandanten Walter Gaimann beschafft und ausgeliefert. Die Auslieferung erfolgte im Nov. 1990.

Unter starkem Schneetreiben von Giengen an der Brenz von der Fa. Ziegler, wurde die Heimfahrt gleich zu einem Abenteuerausflug.

Das Grundgestell ist ein Mercedes Benz - der Aufbau ist von der Fa. Ziegler.

Chronologischer Abriss der FFW Ergersheim
  • 09.07.1876 Gründung des Feuerwehrverbandes Uffenheim in Ergersheim
  • 10.12.1876 Gründung der FF Ergersheim
  • 10.11.1877 Dankschreiben an Windsheim für die hervorragende Instandsetzung der Feuerlöschmaschine
  • 1884 Anschaffung der 2ten Löschmaschine
  • 01.05.1886 Erster verzeichneter Eintritt in die FF Ergersheim Jakob Baier geb. 04.06.1865
  • 1919 Anschaffung eines Leiterwagens
  • 1935 Anschaffung einer Kleinmotorspritze
  • 1960 Umstellung von Hauptmann auf Kommandant
  • 1968 Anschaffung eines TSA Anhängers
  • 1990 Anschaffung eines LF8
  • 2009 Anschaffung eines MZF
Die Kommandanten
  • Schmidt Johann
  • Authenrieth Johann
  • Düll Melchior
  • Dehm Hans
  • Hahn Konrad
  • Gaimann Walter
  • Hönicka Rainer
  • Weyhknecht Edgar
Einsätze
  • 1825 Schafscheune und Wohnhaus
  • 1851 Scheunenbrand bei Adam Kreißelmeyer
  • 1889 Scheunenbrand bei Konrad Geißendörfer
  • 1913 Scheunenbrand bei Leonhard Gesell
  • 1921 Scheunenbrand bei Hans Göß
  • 1938 Brand in Seenheim bei Ruhl
  • 1943 Scheunenbrand bei Christopf Kreißelmeyer
  • 1944 Scheunenbrand bei Fritz Herbolzheimer
  • 1945 Brand in Seenheim bei Kister
  • 1946 Brand in Herbolzheim (Großfeuer)
  • 1966 Brand in Wiebelsheim bei Schäfer
  • 1980 Brand in Rudolzhofen bei Herbig
  • 1984 Dachstuhlbrand (Blitz) bei Korbacher Heinz
  • 1985 Kellerauspumpen in der Unteren Gasse
  • 1989 Dachstuhlbrand bei Münz Walter
  • 1991 Scheunenbrand bei Hack Ernst
  • 1993 Spänebunkerbrand Buchheim
  • 1996 Wohnhausbrand Ermetzhofen
  • 1996 Verkehrsunfall Kläranlage
  • 1996 Verkehrsunfall Neuherberg Brücke B13
  • 1997 Bahndammbrand Ermetzhofen
  • 1998 Verkehrsunfall Kreuzung Buchheim
  • 1998 Spänebunkerbrand Buchheim
  • 1999 Verkehrsunfall Richtung Neuherberg
  • 1999 Kellerbrand bei Lichteneber Ernst
  • 1999 Spänebunkerbrand in Rudolzhofen
  • 2000 Abgerissene Freileitung Stoppelfeldbrand
  • 2000 Verkehrsunfall mit Zuckerrüben LKW
  • 2001 Verkehrsunfall Richtung Neuherberg
  • 2000 Brand Strohmännchen Kläranlage
  • 2002 Verkehrsunfall Kläranlage
  • 2003 Maschinenhallenbrand Seenheim
Weitere Hilfeleistungen

Die vielen kleinen Hilfeleistungen wie Absperrung beim St. Martin Umzug, Kirchweihumzug, Absperrung einer Radfahrstrecke, Sicherheitswachen bei einem Geburtstag oder High-Tech-Tag und Parkplatzeinweisungen sind hier nicht genannt.