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4. Fränkische Landnahme und Christianisierung

Eine intensivere Nutzung des Landes findet dann durch die Franken statt, die nach langen Kämpfen mit den Römern und dem Ostgotenkönig Theoderich sich nach Osten orientierten. Nach dem Sieg über die Alemannen und Thüringer läßt sich der erste bedeutende Frankenkönig Chlodwig (482 – 511) von Bischof Remigius in Reims 498 taufen und eröffnete damit auch den Siegeszug des Christentums in unseren Landen.

 

Die Besitznahme des ostfränkischen Gebietes durch die Franken erfolgte über eine lange Zeit. Man rechnet von 500 bis 1000 n.Chr. Die Landnahme erfolgte politisch und wirtschaftlich mit einer mehr oder weniger großen Anzahl von Siedlern in den jeweiligen Gauen, wobei die vorhandene Bevölkerung einfach eingegliedert wurde. Dies gilt auch für den Bereich zwischen Gollachgau, Steigerwald und Frankenhöhe. Das archäologische Zeichen der Me-rowingerzeit, das Reihengrab, findet sich bei uns in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts bereits relativ häufig (z.B. in Altheim, Herrnberchtheim und Enheim). Elisabeth Fuchshuber spricht in ihrem fundierten Ortsnamensbuch von einer "dünnen fränkischen Oberschicht und einer breiten germanisch-vorfränkischen Unterschicht ".

 

Offenbar sorgten aber die zahlenmäßig geringer vertretenen Franken für die Urbarmachung des Landes durch die bereits ansässigen Einwohner, indem sie neue Anregungen einbrachten. Dazu gehörte ohne Zweifel eine intensivere Landwirtschaft und der Weinanbau, der in Franken bis ins 7. Jh. zurück verfolgt werden kann.

 

Heute geht man davon aus, daß in der Merowingerzeit (482 bis 714) vier Urgaue bei uns bestanden: Der Gollachgau, der Rangau, der Ehegau und der Iffgau. Bei der damaligen Landnahme ent-standen auch die vielen Orte mit den Endsilben -heim und -hofen, wobei wir schon fast wieder in unserer Urkundenzeit angelangt sind. Nach Missionsanfängen durch irische Missionsbischöfe (um 685) erfolgte die Gründung des Bistums Würzburg durch Herzog Karlmann und den hl. Bonifatius im Jahre 741* für ganz Ostfranken. Damit beginnt der Herrschaftsausbau und die Christianisierung auf dem flachen Lande.